Aktuelle Entwicklungen im Immobilienmarkt: Die 6 wichtigsten Themen in 2024

Immobilienbranche 2024

2023 war ein schwieriges Jahr für den Immobilienmarkt. Nicht nur Endkunden sind verunsichert. Die Insolvenzen von Maklerunternehmen haben drastisch zugenommen und viele Immobilienmakler blicken mit Sorge auf die Entwicklung des Immobilienmarkts in 2024.

Was wird das neue Jahr bringen? Platzt die Immobilienblase 2024? Werden Immobilienpreise sinken? Wie steht es um Zukunftsthemen wie KI und Energieeffizienz? Trotz der Verunsicherung gibt es Grund für Zuversicht. In diesem Beitrag geben wir einen Überblick über die wichtigsten Themen und Prognosen für den Immobilienmarkt in Deutschland.

1. Immobilienblase – unsichere Entwicklung in 2024

Inflation und Zinswende haben dem Immobilienmarkt in Deutschland stark zugesetzt, was sich am Rückgang der Verkaufszahlen und einem Einbruch der Kaufpreise um bis zu 40 % widerspiegelt. Die Deutsche Bank prognostizierte im Dezember 2023, dass die Immobilienblase im Jahr 2024 platzen könnte und die Preise um etwa 5 % fallen werden. Andere Forschungsinstitute kommen jedoch zu einem anderen Ergebnis: Sie halten eine Erholung des Kreditgeschäfts für wahrscheinlicher. 

Steigende Bauzinsen und die Erhöhung des Leitzinses durch die Europäische Zentralbank könnten dazu führen, dass sich trotz sinkender Immobilienpreise im Jahr 2024 weniger Menschen den Kauf einer Immobilie leisten können. Falls Eigentümer darüber nachdenken, ihre Immobilie zu verkaufen, gilt die Devise „Besser früher als später”, bevor der Preisverfall weitere Ballungsgebiete trifft.

2. Steigende Baukosten von Wohnimmobilien

Der Bau von Wohnimmobilien steht bei den aktuellen Entwicklungen im Immobilienmarkt vor großen Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf die hohen Baukosten. Die steigenden Material- und Arbeitskosten machen es schwierig, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Trotzdem gibt es auch für das Wohnimmobilien-Segment optimistische Aussichten.

Investoren mit hohem Eigenkapital haben derzeit einen Vorteil bei Verhandlungen. Banken gewähren eher Kredite, meist zu günstigeren Konditionen. Es ist wichtig, dass alle Beteiligten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft kooperieren, um mit effizienter Nutzung von Ressourcen sowie innovativen Lösungsansätzen die Kosten im Wohnungsbau zu senken.

3. Nachhaltigkeit im Immobilienmarkt: Wachsender ESG-Druck beeinflusst Immobilienpreise und -wert

ESG-Faktoren („Environmental, Social and Governance”), also Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien gewinnen zunehmend an Bedeutung. Sie werden laut Prognosen bis 2050 den größten Einfluss auf den Immobilienmarkt haben, indem sie die Bewertung von Vermögenswerten und damit die Immobilienpreise wesentlich beeinflussen.

Der energetische Zustand von Immobilien beeinflusst zunehmend deren Wert: Er wird zum entscheidenden Kriterium bei der Wertermittlung. Energieintensive Immobilien, etwa aus den Energieeffizienzklassen G und H, werden wegen der hohen Energiekosten zunehmend an Wert verlieren. Demgegenüber wird die Nachfrage nach energieeffizienten, zukunftsfähigen Gebäuden steigen. Nachhaltige Immobilien sind also klar im Vorteil. Gesetzliche Vorgaben zum Klimaschutz machen Investitionen in die Dekarbonisierung zwar kostspielig, vor allem bei den aktuellen Bau- und Materialpreisen – die Investition in die Zukunft lohnt sich jedoch. 

4. Künstliche Intelligenz im Immobilienmarkt

Fortschritte in den Bereichen der natürlichen Sprachverarbeitung (NLP) sowie bei der generativen Künstlichen Intelligenz (KI) entwickeln sich mit enormer Geschwindigkeit. Noch sind die generierten Texte, Bilder und Videos nicht perfekt, aber in Anbetracht der rasanten Entwicklung dürfen wir gespannt sein, welche fortschrittlichen Modelle uns 2024 erwarten.

Auch für den Immobilienmarkt sind die Entwicklungen im Bereich KI von Bedeutung. KI-gesteuerte Algorithmen können beispielsweise umfangreiche Datenanalysen durchführen und so zu einer maßgeblichen Grundlage für Investitionsentscheidungen werden. KI wird auch im Bereich Cybersicherheit an Bedeutung gewinnen, um Bedrohungen zu identifizieren und entsprechend darauf zu reagieren.

Bei den Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit können KI-Systeme zukünftig unterstützen, indem sie den Energieverbrauch analysieren und nachhaltige Lösungen zur Optimierung entwickeln. Besonders interessant ist diese Technologie für den Bereich der energetischen Sanierung.

Der zunehmende Einsatz von KI bedeutet aber auch, dass gesellschaftlich ausgehandelt werden muss, wie wir diese Technologie in Zukunft in unser Leben integrieren. Dabei geht es etwa um ethische Überlegungen, wie Befangenheit, Datenschutz und Rechenschaftspflicht. Unternehmen sollten 2024 beginnen, über ethische Praktiken bei der Anwendung von KI nachzudenken – das gilt auch für die Immobilienbranche.

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5. Wohnungsmarkt bleibt 2024 stabil 

Wohnimmobilien stellen nach wie vor einen wichtigen Bestandteil des privaten Vermögens dar und bieten langfristige Perspektiven für Investitionen. Etwa die Hälfte des Privatvermögens in Deutschland ist aktuell in Immobilien investiert. Dies zeigt, wie attraktiv und sicher diese Anlageform für viele Menschen ist. 

Sinkende Kaufpreise und steigende Mieten werden 2024 wahrscheinlich zu einer starken Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt führen, die durch hohe Mietpreise angetrieben wird. Anleger können bei Mietwohnungen mit stabilen und sogar steigenden Renditen rechnen.

In Krisenzeiten neigen die Menschen dazu, ihr Geld nicht auszugeben und an ihren sicheren Kapitalanlagen festzuhalten. Immobilien bieten in solchen Zeiten Stabilität und Sicherheit.Trotz der Herausforderungen bietet der Immobilienmarkt 2024 also nach wie vor großes Potenzial. Die hohe Nachfrage nach Wohnraum sowie die Wertbeständigkeit von Immobilien machen sie weiterhin zu einer attraktiven Anlageform. 

Allerdings wächst die Konkurrenz durch alternative Anlageformen. Immer mehr Investoren suchen nach lukrativen Möglichkeiten außerhalb des Immobiliensektors. Potenzielle Geldgeber investieren 2024 also möglicherweise nicht mehr so stark in den Wohnungsbau wie früher.

Dennoch gibt es Grund zur Zuversicht: Die demografische Entwicklung in den Ballungsräumen wird in den kommenden Jahren zu einer starken Nachfrage nach neuem Wohnraum führen. Durch den Zuzug junger Menschen und Familien entsteht auf dem Immobilienmarkt ein Bedarf an bezahlbarem und attraktivem Wohnraum, voraussichtlich im Umland größerer Städte, wie Berlin, München oder Hamburg. Diese starke Nachfrage bietet Chancen für Entwickler und Investoren im Bereich der Wohnimmobilien. Es besteht die Möglichkeit, neue Projekte umzusetzen und dabei sowohl hohe Renditen zu erzielen als auch einen positiven Beitrag zur Gesellschaft zu leisten.

6. Steigendes Bewusstsein für Geldwäscheprävention

Immobilientransaktionen bergen ein hohes Risiko für illegale Aktivitäten, daher ist der Gesetzgeber bemüht, transparente Strukturen auf dem Immobilienmarkt 2024 zu schaffen.

Bis zum 1. Januar 2024 mussten sich Immobilienmakler bei „GoAML” registrieren, um ihre Meldepflicht im Bereich des Geldwäschegesetzes (GWG) zu erfüllen. Die Neuregelung soll dazu beitragen, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung effektiver zu bekämpfen. 

Verdächtige Transaktionen können den Behörden nun schneller gemeldet werden. Damit leisten alle Immobilienmakler ab 2024 ihren Beitrag zur Sicherheit und Integrität des gesamten Finanzsektors, indem sie sich aktiv am Kampf gegen Geldwäsche beteiligen.

Aufschwung im Immobilienmarkt in der zweiten Hälfte von 2024

Die genannten Faktoren werden den Markt wiederbeleben und der Entwicklung neuen Aufschwung geben, so die Hoffnung. Allerdings wird sich dieser Effekt laut der Prognosen erst in der zweiten Jahreshälfte bemerkbar machen. Bis dahin müssen Immobilienvermarkter noch eine Durststrecke überstehen.

Die aktuelle Zurückhaltung beim Kauf wird also mit dem Jahreswechsel nicht verschwinden. Der Markt ist verunsichert und selbst leichte Zinssenkungen werden diese Unsicherheit nicht so schnell auflösen. Bis zur Erholung des Immobilienmarkts erwarten uns weitere Insolvenzen, Preisrückgänge und neue Preisniveaus. Kostenreduktionen und zurückhaltende Investoren prägen das Bild.

Doch das Warten wird sich lohnen: Mit mehr Transaktionen wird gleichzeitig der Umsatzaufschwung am Markt einhergehen. 

Vorstellungen zu Immobilienpreisen als Chance für Vermittler

Zurzeit liegen die Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern noch um rund 20 % auseinander. Der Immobilienmarkt wird sich nicht erholen, solange dies so ist. Das ist eine Chance für Immobilienmakler: Finanzierer bevorzugen Partner mit langjähriger Erfahrung, umfangreichen Fachkenntnissen und Verhandlungsgeschick. Dabei verlassen sie sich auf Immobilienmakler, die ihnen die erfolgreiche Abwicklung ihrer Geschäften sichern. 

Das gleiche gilt für den Endkunden: Ein qualifizierter Immobilienmakler mit langjähriger Berufserfahrung vermittelt Sicherheit und Vertrauen. Er kann alle Fragen rund um den Kauf oder Verkauf einer Immobilie professionell beantworten und eventuelle Unsicherheiten zu den Entwicklungen des Immobilienmarkts und der Immobilienpreise aus dem Weg räumen. 

Fazit: Zuversicht für den Immobilienmarkt 2024

Die Stimmung ist zuversichtlich, aber angespannt. Wir müssen uns gedulden, bis der Markt sich voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte erholt. Bis dahin warten Herausforderungen: Die erhöhten Zinsen und der langsame Neubau werden sich im Jahr 2024 negativ auf die Immobilienpreise auswirken. Die Inflation verursacht weitere Preisrückgänge. 

Sie sollten Eigentümern, die beim Verkauf ihrer Immobilie zögern, Unsicherheit nehmen, indem Sie mit Fachwissen und kompetenter Beratung überzeugen. Bei Käufern wiederum sind eine sorgfältige Kalkulation der Kosten sowie frühzeitige Informationen über Anschlussfinanzierung und Tilgung entscheidend. 

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