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Tiny Houses – Trend oder Zukunft?

Tiny House

Übersichtlich, funktional und praktisch: Tiny Houses gelten für viele als das Wohnkonzept der Zukunft. Die Kleinsthäuser versprechen auf geringer Wohnfläche mehr Lebensqualität und Nachhaltigkeit bei gleichzeitig übersichtlicher Investition. Sie eröffnen neue Wohnperspektiven und erlauben den Kauf eines Eigenheims bei kleinem Budget. Wir gehen in diesem Beitrag der Frage nach, ob Tiny Houses nur ein vorübergehender Wohntrend sind oder Zukunft auf dem deutschen Wohnmarkt haben.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Das macht ein Tiny House aus
  2. Tiny Houses füllen Baulücken
  3. Jeder Zentimeter wird genutzt
  4. Tiny Houses als Lebenseinstellung

Das macht ein Tiny House aus

Der Begriff Tiny House stammt aus den USA und hat seinen Ursprung in den 1920er-Jahren. Damals entstanden die ersten Motorhomes, die die Mobilität eines Kraftfahrzeugs mit dem Gefühl eines Zuhauses verbinden sollten. Das erste Haus im Miniformat folgte Ende der 1990er-Jahre. Einen Boom erlebte das Tiny-House-Movement mit der Finanzkrise im Jahr 2007. Nachdem viele die Hypotheken für ihre Häuser nicht mehr bezahlen konnten, waren die einstigen Eigentümer gezwungen, in ein neues, deutlich kleineres Haus zu ziehen. 

Bei uns erfreuen sich die Minihäuser seit einigen Jahren immer größerer Beliebtheit. Tiny Houses sprechen vor allem Menschen an, die finanziell unabhängig und gleichzeitig bewusster leben möchten. Vor allem der ökologische Gedanke spielt eine große Rolle, da die Kleinsthäuser in wichtigen Bereichen wie Ressourcen und Energieverbrauch überzeugen. Auch der Trend zum Minimalismus unterstützt die Entwicklung der Tiny Houses. Vor allem Menschen, die in Großstädten leben, möchten oftmals ihren Besitz reduzieren, sehnen sich nach Ruhe und Natur und investieren in ein Kleinsthaus im Grünen. 

Luftbild einer Stadt

Tiny Houses füllen Baulücken

Anders als in den USA, wo die Wohnfläche durch das amerikanische Baugesetz festgelegt ist, richtet sich die erlaubte Größe eines Tiny Houses in Deutschland nach der Nutzung. Ein mobiles Tiny House darf als Anhänger laut Straßenverkehrsordnung maximal 3,5 Tonnen wiegen, höchstens 2,55 Meter breit, 11 Meter lang und 3,70 Meter hoch sein. Ist es größer oder schwerer, ist eine kostenpflichtige Sonderzulassung nötig. Ein schlüsselfertiges Tiny House hat in Deutschland deshalb selten eine größere Fläche als 15 Quadratmeter. Beim Design hingegen sind der Kreativität bis auf die Maße keine Grenzen gesetzt. Das Angebot reicht vom kleinen Bungalow bis zum luxuriösen Chalet.

Ein Kleinhaus, das auf einem Grundstück gebaut wird, darf hingegen nicht ohne Baugenehmigung errichtet werden, da es als Gebäude gilt. Vor der Vermittlung eines entsprechenden Grundstücks sollten Sie sicherstellen, dass es für einen dauerhaften Wohnsitz zugelassen ist. Der Vorteil von Tiny Houses: Sie passen in Baulücken und nutzen damit Flächen, die für ein Einfamilienhaus zu klein wären. Wenn eine Baulücke zur Erschließung von Bauland geschlossen werden müsste, sollte geprüft werden, ob dort ein Tiny House gebaut werden darf. Das kann sich lohnen, allerdings dürfen die Kleinsthäuser aufgrund ihrer Größe derzeit vielerorts in Wohngebieten nicht aufgestellt werden. Viele Kommunen entwickelten bereits spezielle Tiny-House-Siedlungen wie beispielsweise in Mehlmeisel im Fichtelgebirge oder in Hollenbek bei Hamburg. Weitere sind laut des Tiny House Verbands geplant, vor allem in den Randgebieten von Großstädten. Ein Tiny House muss übrigens nicht zwangsläufig ein Erstwohnsitz sein. Die kleinen Häuser können auch als Gästewohnung im Garten, als Ferien- oder Wochenendhaus genutzt werden.

Tiny House von innen

Jeder Zentimeter wird genutzt

Tiny Houses sind Raumwunder und bieten meist auf zwei Etagen alles, was das Herz begehrt: ein Wohnzimmer mit Couch und Fernseher, eine vollwertige Küche und ein Bad mit Dusche und Toilette. Gleichzeitig bedeutet die begrenzte Wohnfläche einen höheren Planungsaufwand: Jeder Zentimeter muss optimal geplant sein, damit er später als Verstau- und Abstellfläche genutzt werden kann, ohne dass das Wohngefühl darunter leidet.

Die optimale Größe eines Tiny Houses hängt davon ab, wie viele Personen darin leben. Bei Alleinstehenden rechnet man bei einem stationären Kleinsthaus mit bis zu 20 Quadratmetern, bei mehreren Bewohnern bis zu 40 Quadratmetern. Die Kosten für den Bausatz eines Hauses fangen meist bei 20.000 Euro an. Schlüsselfertige Tiny Houses kosten ab 60.000 Euro. Je nach Ausstattung und Materialien sind auch sechsstellige Summen möglich. Zum Tiny House selbst kommen noch weitere Faktoren hinzu wie der Preis des Grundstücks und Anschlussgebühren für Strom- und Wasserversorgung oder Telekommunikation. Auch die zusätzlichen Kosten für die Außenanlage, Versorgungstechnik und die Baunebenkosten sollten Interessenten nicht unterschätzen.

Bei Tiny Houses kommen oft nachhaltige Materialien wie Holz zum Einsatz. Für die Heizung und Warmwasser werden Solaranlagen auf dem Dach angeboten, die ökologischen Strom erzeugen. Wichtig zu wissen: Auch Tiny Houses müssen die gesetzlichen Mindestanforderungen an den Brandschutz einhalten. Einen Nachweis der Energieeffizienz braucht das Gebäude nur dann, wenn es länger als vier Monate pro Jahr bewohnt wird. 

Menschen in der Natur

Tiny Houses als Lebenseinstellung

Wer sich für ein Tiny House entscheidet, macht dies oft aus voller Überzeugung, da die Reduktion der Wohnfläche meist auch mit einer Lebenseinstellung verbunden ist. Laut einer Studie des Tiny House Verbands investiert die Mehrheit im Alter zwischen 45 und 55 Jahren in ein Kleinsthaus, weil sie sich im fortgeschrittenen Alter verkleinern und ökologisch leben möchten. 

Die geringen Anschaffungs- und Instandhaltungskosten sprechen eindeutig für ein Tiny House. Sie eignen sich deshalb vor allem für Eigentümer, die flexibel bleiben und nachhaltig leben möchten. Allerdings machen sie aufgrund der Größe nur für Alleinstehende oder Paare Sinn. Auch der gesellschaftliche Wandel im Bereich Nachhaltigkeit macht die Kleinsthäuser immer beliebter. Jedoch stehen der Entwicklung derzeit noch das deutsche Baurecht und hohe bürokratische Hürden im Weg. Dies soll sich in Zukunft aber durch eine Novelle zum Baugesetzbuch (BauGB) ändern, die eine pauschale Baugenehmigung erteilt und im gesamten Bundesgebiet gelten soll. Da für Tiny Houses bisher keine Provision verlangt werden kann, wäre diese Änderung auch für Makler interessant. Sie sollten diese Entwicklung auf jeden Fall verfolgen, da Tiny Houses in Zukunft ein großes Potenzial bieten. 


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