Fortbildungspflicht für Immobilienmakler einfach erfüllen in 2020

Grafik Fortbildungspflicht

Als Immobilienmakler sind Sie seit dem 1. August 2018 in der Pflicht sich innerhalb von drei Jahren mit einem Umfang von 20 Zeitstunden weiterzubilden. Aber welche Themen sind auch fortbildungsrelevant? Wir erläutern, auf welchen Themengebieten Sie sich weiterbilden können und welche Fortbildungsmaßnahmen zur Erfüllung der Fortbildungspflicht anerkannt werden.




Welche Personen aus der Immobilienbranche müssen sich fortbilden?

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Die Fortbildungspflicht wird in §15b der MaBV geregelt. Das Gesetz gibt wieder, dass alle Personen, die nach §34c Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 GewO & §34c Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 GewO eingeordnet werden, verpflichtet sind sich weiterzubilden.

Dazu gehören:

  • Immobilienmakler (20 Stunden in drei Jahren)
  • Wohnimmobilienvermittler (20 Stunden in drei Jahren)
  • Angestellte Personen, die an der Immobilienvermittlung oder -verwaltung mitwirken
    • z. B. Verantwortliche für die Durchführung von Kundengesprächen, Organisation und Begleitung von Besichtigungsterminen oder Erstellung von Immobilien-Exposés

Wichtig: Sofern Sie eine Tätigkeit sowohl als Immobilienmakler als auch als Wohnimmobilienverwalter aufnehmen, müssen Sie jeweils 20 Stunden in beiden Tätigkeitsfeldern nachweisen.

Besonderheit: Als geprüfter Immobilienfachwirt müssen Sie erst drei Jahre nach Abschluss Ihrer Berufsausbildung die Fortbildungspflicht erfüllen. Wir empfehlen Ihnen trotzdem sich kontinuierlich fortzubilden.




Verteilung der 20 Stunden im Weiterbildungszeitraum

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Es obliegt jedem einzelnen Gewerbetreibenden wie er die 20 Stunden Weiterbildung innerhalb der drei Jahre erfüllt. Es steht Ihnen also frei, ob Sie die 20 Stunden innerhalb weniger Monate sammeln oder ob Sie sich die vollen drei Jahre Zeit nehmen und Ihre Weiterbildungspflicht kontinuierlich erfüllen.




Welche Anbieter können Fortbildungsmaßnahmen durchführen?

Die MaBV gibt keine expliziten Vorgaben zu der Frage.

Der Vorteil ist, dass mehr oder weniger offengehalten wird, in welcher Form Sie die Weiterbildung wahrnehmen. Eine Fortbildungsmaßnahme eines Anbieters kann dann angerechnet werden, wenn folgende Punkte zutreffen:

  • Die Fortbildungsmaßnahme wurde mit zeitlichem Vorlauf geplant
  • Die Weiterbildungsmaßnahme ist schriftlich beschrieben
  • Es gibt vorab Informationen zur Weiterbildungsmaßnahme
    • Erwerbbare Kompetenzen werden beschrieben (mit Zeitstunden)
  • Anwesenheit des Teilnehmers wird erfasst
  • Die Qualität der Weiterbildungsmaßnahme wird sichergestellt

Wenn mögliche Anbieter einige dieser Punkte nicht erfüllen, sollten Sie skeptisch sein.

Wir empfehlen Ihnen die PROFI-MAKLER-AKADEMIE von makler-wissen.de als unabhängiges Schulungsportal. Die Kollegen haben Online-Fortbildungsportal geschaffen. Dort können Sie Ihre Fortbildungspflicht nach Ihrem Tempo und zu jederzeit erfüllen.




Formen der Weiterbildung

Insgesamt haben Immobilienmakler folgende Möglichkeiten an Weiterbildungen teilzunehmen:

  • Fortbildung über Präsenzseminare
  • Selbststudium mit nachweisbarer Lernerfolgskontrolle
  • „Andere geeignete Formen der Weiterbildung“
    • So stellt die MaBV sicher, dass auch zukünftige Formen der Fortbildung erlaubt sind.



Welche Themen sind relevant für die Fortbildungspflicht?

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Viele stellen sich die Frage, welche Themen überhaupt fortbildungspflichtig sind. In § 15b Abs. 1 MaBV (Anlage 1) werden mögliche Weiterbildungsthemen aufgelistet. Diese sind so vielfältig, dass Sie sich frei nach Ihren Fähigkeiten fortbilden können, ohne einer strikten Struktur folgen zu müssen.

Kundenberatung

  • Serviceerwartungen des Kunden
  • Besuchsvorbereitung/Kundengespräch/Kundensituation
  • Kundenbetreuung

Grundlagen der Maklergeschäfts

  • Teilmärkte des Immobilienmarktes
  • Preisbildung am Immobilienmarkt
  • Objektangebot und Objektanalyse
  • Die Wertermittlung
  • Gebäudepläne, Bauzeichnungen und Baubeschreibungen
  • Relevante Versicherungsarten im Immobilienbereich
  • Umwelt- und Energiethemen im Immobilienbereich

Rechtliche Grundlagen

  • Bürgerliches Gesetzbuch
  • Allgemeines Vertragsrecht
  • Maklervertragsrecht
  • Mietrecht
  • Grundstückskaufvertragsrecht
  • Bauträgervertragsrecht
  • Grundbuchrecht
  • Wohnungseigentumsgesetz
  • Wohnungsvermittlungsgesetz
  • Zweckentfremdungsrecht
  • Geldwäschegesetz
  • Makler- und Bauträgerverordnung
  • Informationspflichten des Maklers
  • Dienstleistungs-Informationspflichten-Verordnung
  • Telemediengesetz
  • Preisangabenverordnung
  • Energieeinsparverordnung

Wettbewerbsrecht

  • Allgemeine Wettbewerbsgrundsätze
  • Unzulässige Werbung

Verbraucherschutz

  • Grundlagen des Verbraucherschutzes
  • Schlichtungsstellen

Datenschutz

  • Grundlagen Immobilien und Steuern
  • Einkommensteuern
  • Körperschaftsteuern
  • Gewerbesteuer
  • Umsatzsteuer
  • Bewertungsgesetzabhängige Steuern
  • Spezielle Verkehrssteuern (Grunderwerb- und Grundsteuern)

Grundlagen der Finanzierung

  • Allgemeine Investitionsgrundlage und Finanzierungsrechnung
  • Kostenerfassung
  • Eigenkapital und Kapitaldienstfähigkeit
  • Kosten einer Finanzierung
  • Kreditsicherung und Beleihungsprüfung
  • Förderprogramme, Wohnriester
  • Absicherung des Kreditrisikos im Todesfall
  • Steuerliche Aspekte der Finanzierung



Können Weiterbildungsstunden auf mehrere Personen aufgeteilt werden?

Wenn Sie planen für Ihr Team an einer bestimmen Weiterbildungsmaßnahme teilzunehmen, müssen Sie in Kauf nehmen, dass diese Weiterbildung nur für Sie zählt, da nur die Personen berechtigt sind, Fortbildungspunkte zu erhalten, die auch tatsächlich teilgenommen haben. Auch im Sinne der Delegation nach §34c Abs. 2a Satz 2 GewO, können Sie sich nicht auf eine Aufteilung der Weiterbildungsstunden berufen.




Nachweispflicht über geleistete Fortbildungen – das müssen Sie wissen:

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Es ist nicht vorgesehen, dass Sie eigenständig einen Nachweis über Ihre Fortbildungen an die Behörden schicken müssen. Es gilt eine Art Vertrauensregel. Die Nachweise sind lediglich auf Nachfrage der Behörde zu erbringen. Hierzu genügt es, dass Sie einen Nachweis über die Weiterbildungsmaßnahmen vorlegen, dieser muss nicht für jeden einzelnen Mitarbeiter Ihres Maklerbüros erfolgen.

In der Anlage 3 der MaBV ist ein Musterformular, an dem sich Immobilienmakler orientieren können, wenn Sie einen Nachweis der Behörde zusenden müssen.

Es kann passieren, dass die Behörde nach Nachweisen und Unterlagen zur Erfüllung der Fortbildungspflicht fragt, die Sie auf den Fortbildungsmaßnahmen gesammelt haben. Auch diese müssen Sie dann vorlegen. (§ 29 Abs. 1 GewO).




Pflicht zur Aufbewahrung von Nachweisen:

Es besteht eine gesetzliche Pflicht Dokumente über den Besuch bzw. Teilnahme an einer Fortbildungsmaßnahme aufzubewahren. Diese Frist beträgt fünf Jahre und tritt in Kraft, nach dem Jahr, in dem die Veranstaltung stattgefunden hat. Konkret bedeutet dies: Wurde Ihre Weiterbildungsmaßnahme am 25. Juni 2020 gehalten, müssen Sie bis Ende des Jahres 2026 entsprechende Zertifikate aufbewahren.




Informationspflicht gegenüber Ihrem Kunden

Sollte ein Kunde nach Ihren Weiterbildungsmaßnahmen fragen, müssen Sie unverzüglich die absolvierten Weiterbildungen der letzten drei Jahre vorzeigen können. Dabei können Sie sich auch auf Ihre Webseite berufen, sofern dort alle Weiterbildungsmaßnahmen aufgelistet sind.




Was passiert, wenn die Fortbildungspflicht nicht erfüllt wird?

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Grundsätzlich empfehlen wir allen Immobilienmaklern und Wohnimmobilienverwaltern konstant Fortbildungsmaßnahmen zu besuchen.

Sollten Sie dennoch aus irgendwelchen Gründen Ihrer Fortbildungspflicht nicht nachgekommen sein, müssen Sie mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 € rechnen. Die Bußgeldbestimmungen sind in §144 Abs. 4 der GewO festgehalten.


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