Bestellerprinzip – kostenloses Whitepaper

Die Petition des IVD gegen die Einführung des Bestellerprinzips hat knapp 22.000 Unterstützer. Das Thema wurde und wird auch in Zukunft viel diskutiert. Wir möchten uns in dieser Debatte auf der Seite unserer Kunden positionieren, also auf der Makler-Seite. Dabei wurde jedoch schnell klar, dass es unter den Maklern gar keine einheitliche Meinung gibt.

Die Lager sind an allen Fronten gespalten. Viele Makler stellen sich gegen das Bestellerprinzip, andere befürworten es, wieder andere arbeiten schon längst nur für den Besteller, wollen aber die Wahl haben …




Wir möchten Licht ins Dunkel bringen. Darum haben wir für Sie alle aktuellen Positionen und Argumente in unserem Whitepaper zusammengestellt.

Machen Sie sich selbst ein Bild.




In unserem Blog finden Sie eine kurze Zusammenfassung der zentralen Punkte.




Bestellerprinzip: “Wer bestellt, der zahlt”

Ende Februar legte Ministerin Katarina Barley (SPD) einen Referentenentwurf mit dem Titel „Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung des Bestellerprinzips bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnimmobilien“ vor.

Sollte der Entwurf als Gesetz umgesetzt werden, würde künftig derjenige die Vermittlungsgebühr bezahlen, der den Makler initial beauftragt hat. In der Regel wäre das der Verkäufer.

Hintergrund ist die problematische Situation am Immobilienmarkt: Die Nachfrage nach Wohnraum ist groß, die Preise sind gestiegen. Das Bestellerprinzip soll dazu beitragen, die Situation zu entschärfen.

Dies sind die Ansatzpunkte, die das Bestellerprinzip „positiv” beeinflussen sollen:

  • Provisionshöhe
  • fehlender Wettbewerb
  • Hürden bei der Finanzierung von Immobilien

Vorerst handelt es sich nur um einen Entwurf. Einen Zeitpunkt für das Inkrafttreten des Gesetzes gibt es bis dato noch nicht. Wann und in welcher Form das Gesetz letztendlich umgesetzt wird, steht also noch aus.




Politik beim Bestellerprinzip in der Kritik

Kritiker sehen im Bestellerprinzip eine versteckte Erhöhung der Grunderwerbsteuer. Als Beleg wird der kontinuierliche Anstieg des Steuersatzes in den letzten Jahren gesehen. Für den BVFI liegt außerdem der Verdacht nahe, dass die SPD mit dieser „Hasenjagd auf Immobilienmakler“ lediglich populistischen Stimmenfang betreibt, indem sie sich auf der Seite des vermeintlich ausgebeuteten Eigenheimerwerbers positioniert.

Tatsächlich fehlt es von Seiten der Politik aktuell an Glaubwürdigkeit. Da wären zum einen die fragwürdigen Zahlen, die das Bundesjustizministerium als Argumentationsgrundlage heranzieht. Zum anderen ist der Vorstoß der SPD augenscheinlich nicht mit dem Koalitionspartner abgestimmt gewesen. Lösungsorientiert ist ein solches Vorgehen definitiv nicht.




Bestellerprinzip – Chance oder Chaos?

Der IVD, der BVFI, RE/MAX Germany, Engel & Völkers sowie weitere Akteure stellen sich eindeutig gegen die Einführung des Bestellerprinzips. Die Branche fürchtet zahlreiche negative Effekte, die bei Einführung des Bestellerprinzips drohen.

Der staatliche Eingriff wird als unnötig erachtet, weil der Markt sich selbst regulieren kann. Laut IVD würden beispielsweise viele Immobilien, gerade in weniger nachgefragten Gegenden, bereits provisionsfrei angeboten, weil ohnehin der Verkäufer die Maklergebühr bezahlt.

Folgende Argumente werden gegen das Bestellerprinzip angeführt:

  • Keine Zwangslage des Käufers
  • Keine finanzielle Entlastung durch das Bestellerprinzip
  • Einseitige Interessenvertretung
  • Fehlender Verbraucherschutz
  • Steigende Kosten und Umsatzeinbußen

Sowohl Gegner als auch Befürworter führen Erfahrungswerte aus dem Ausland sowie aus dem Miet-Bestellerprinzip an, um ihre Positionen zu untermauern.




Alternative Lösungsansätze

Ein Großteil der beteiligten Akteure erkennt, dass es nicht beim Status Quo bleiben kann, hält das Bestellerprinzip aber für keine geeignete Lösung.

Die alternativen  Vorschläge reichen von einer gesetzlich vorgeschriebenen Provisionsteilung, über die grundlegende Reform der Grunderwerbssteuer, bis hin zur Schaffung von mehr Wohnraum sowie die Einführung strikter Zugangsvoraussetzungen zum Maklerberuf.




Der Makler ist sein Geld wert – wissen Kunden das?

Ob das Bestellerprinzip kommt oder nicht: Sowohl Verkäufer als auch Käufer sind gut beraten, sich an einen Makler zu wenden. Aber warum ist der Makler sein Geld wert?

Potenzielle Kunden sollten abgeholt und nicht belehrt werden. Der erste Schritt dazu besteht darin, ihre Perspektive einzunehmen und bei der Darstellung der Maklerdienstleistung auf die richtigen Aspekte einzugehen.




Maklerdienstleistung verständlich machen

Es geht nicht darum, potenzielle Käufer und Verkäufer davon zu überzeugen, welche Aufgaben der Makler erledigt, schließlich können beide Parteien das meiste davon selber regeln. Denn eines dürfen wir nicht vergessen: Für einen Immobilienverkauf braucht es keinen Makler.

Aufgabe der Branche sollte es vielmehr sein, von den Kompetenzen zu überzeugen, die Verkäufer und Käufer nicht vorweisen können.




Juristische Kompetenz

Der Makler sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen beim Immobilienkauf. Wer einen Makler beauftragt, kann sich darauf verlassen, dass dieser bestimmte Auskunfts-, Hinweis- und Aufklärungspflichten erfüllen muss. Der Makler verfügt über die nötigen Kenntnisse im Vertragsrecht und Wohnungsvermittlungsgesetz, die branchenfremde Auftraggeber in der Regel nicht vorweisen können.

Außerdem kümmert sich der Makler darum, alle Daten beim Kataster- und Grundbuchamt zu besorgen, den Energieausweis und bei Bedarf andere Gutachten erstellen zu lassen und Käufer per Bonitätsprüfung überhaupt erst zu qualifizieren. All das kann der Verkäufer zwar auch selbst erledigen, ihm fehlen aber in der Regel die Erfahrung und die Workflows für die zügige und einwandfreie Abwicklung.




Immobilienbewertung und realistische Preise

Neben der Unterstützung in rechtlichen Fragen, lohnt sich der Gang zum Makler für den Käufer, denn dieser kann den Angebotspreis bis zu 20 % reduzieren.

Der Makler verfügt über das nötige Know-how, aussagekräftige Marktanalysen zu erstellen, auf deren Basis ein fairer Preisnachlass ausgehandelt werden kann. Ohne Makler wäre der Käufer den irrationalen Preisvorstellungen des Verkäufers ausgeliefert.




Die wichtigsten Ressourcen: Immobilien und Interessenten

Kommen wir zu den Kernkompetenzen des Maklers. Wie eine interne Studie von onOffice ergeben hat, werden 60 % der Immobilien gar nicht online oder öffentlich vermarktet, sondern direkt an Bestandskunden bzw. bereits gespeicherte Interessenten vermittelt. Ein Großteil der verfügbaren Immobilien ist also nicht öffentlich einsehbar.

Vermittlung – das ist seit jeher die Kernleistung des Maklers sowohl für Käufer als auch Verkäufer.

  • Kernleistung für Verkäufer: Nur der Immobilienmakler hat qualifizierte Interessenten in seinem Bestand und kann dadurch eine schnelle und reibungslose Abwicklung des Verkaufs garantieren.
  • Kernleistung für Käufer: Nur beim Immobilienmakler gibt es die Top-Immobilien – denn was im Internet landet, sind die Immobilien, die Bestandskunden nicht haben wollten – also der Rest.

Allein deswegen profitieren beide Parteien davon, sich beim Kauf oder Verkauf einer Immobilie an einen Makler zu wenden.




Unser Fazit zum Bestellerprinzip

Es ist zweifelhaft, ob das Bestellerprinzip die Probleme am Immobilienmarkt lösen wird. Der Frust der Endkunden wird von der Politik jedoch nicht unbeachtet bleiben – es wird sich also in jedem Fall etwas ändern.

Makler sollten sich auf die Änderungen vorbereiten – welcher Art sie auch sein mögen. Unserer Ansicht nach gelingt dies mit dem weiteren Ausbau von Kompetenz und Qualität.

Getreu dem Motto „Tue Gutes und sprich darüber“ sollten Makler ihr Marketing-Know-how dazu einsetzen, ihre Kompetenzen transparent zu kommunizieren.

Wir befassen uns weiterhin mit den aktuellen Informationen aus der Politik, um gesetzliche Änderungen in der Software abzubilden. Wir möchten die tägliche Arbeit des Maklers mit all ihren Herausforderungen unterstützen – damit onOffice auch in Zukunft der kompetente und zuverlässige Partner an der Seite der Makler ist.




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Bestellerprinzip - aktuelle Situation
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